BAV empfiehlt Ersatz von ZUB 121 durch ZUB 262 V15 (ZUB light)

25.08.2020

wichtige Informationen für normalspurige HECH-Mitglieder

Diese Informationen betreffen Fahrzeughalter die Fahrzeuge die „nur“ mit ZUB 121 ausgerüstet sind.

Mitteilung des BAV vom 17. August 2020

DVZO sucht 15t Hebeböcke

25.08.2020

Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland DVZO sucht für seine Werkstätte in Bauma:

4 Hebeböcke zum Heben von Schienenfahrzeugen, mit Tragfähigkeiten bis zu 15.000 Kg je Hebebock

Wer kann aushelfen? Melden Sie sich beim

Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland, 8494 Bauma
Kim Nipkow
Vorstandsmitglied | Leiter Triebfahrzeuge Bauma
Tel: 079 715 45 32
kim.nipkow@dvzo.ch

HECH – Sommer Info 2020

10.08.2020

Das Coronavirus hat auch den HECH-Mitgliedern stark zugesetzt. Die historischen Bahnen, sie sind dem touristischen Verkehr gleichgestellt, konnten ihre Betriebssaison aufgrund des «Lockdowns» erst mit grosser Verspätung, ab dem 6. Juni, starten. Dass jetzt gefahren werden kann, ist eine erfreuliche Entwicklung, aber das Interesse an öffentlichen Fahrten mit historischen Dampf- und Elektrozügen ist relativ bescheiden. Die geltenden Schutzmassnahmen(Maskenpflicht, etc.) halten viele Besucher von einer Fahrt ab. Nicht gut sieht es bei den Extra- und Sonderfahrten mit historischem Rollmaterial aus. Bestellte Fahrten werden abgesagt oder auf nächstes Jahr verschoben. In der aktuellen Lage mehr als verständlich, für einzelne HECH-Bahnen aber existenzbedrohend. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die HECH-Bahnen wieder alle Kundinnen und Kunden zurückgewonnen haben.
Covid-19 und die entsprechenden Auswirkungen beeinflussen auch das laufende Geschäftsjahr des Verbandes HECH. Besprechungen können nicht wie vorgesehen abgehalten werden.Termine werden laufend verschoben. Geplante Veranstaltungen lassen sich erst Monate später realisieren. Wir bleiben optimistisch und machen aus der gegenwärtigen Situation das Beste.

Ergebnisse der Generalversammlung (schriftliche Abstimmung)
Die Massnahmen zur Einschränkung der Corona-Pandemie verhinderten auch die Durchführung der Generalversammlung. Aus diesem Grund wurden die Mitgliedsbahnen dazu eingeladen, ihre Stimme zu den Traktanden schriftlich abzugeben. 42 von 69 Mitgliedern folgten dem Aufruf. Das Protokoll der Auswertung der schriftlichen Generalversammlung finden Sie auf der HECH-Website www.hech.ch .

Falls es Covid-19 im 2021 zulässt, findet die nächste Generalversammlung wieder im gewohnten Rahmen statt. Die Mitgliedsbahn Swisstrain SA stellt sich nochmals für die Organisation zur Verfügung.

Neue HECH-Mitglieder
Mit der schriftlichen Abstimmung sind zwei neue Mitglieder in den Verband aufgenommen worden. Es sind dies:
– Verein SBB Historic Team Erstfeld, Erstfeld
– Verkehrshaus der Schweiz, Luzern

Nachdem Mitte 2019 der Dampfloki-Verein AB, Herisau, wegen Vereinsauflösung aus dem Verband HECH ausgeschieden ist, setzen sich neu 71 Bahnen und Halter historischer Eisenbahnfahrzeuge im Rahmen des Verbandes für den Erhalt des Kulturgutes ‘Eisenbahn’ ein.

Europäische Tage des Denkmals 2020
Trotz Corona-Pandemie werden die Denkmaltage durchgeführt. Das Entscheidgremium hat sich dazu ausgesprochen. Unter Einhaltung der geltenden Regeln und Schutzmassnahmen sollten die Veranstaltungen an vielen Orten in der Schweiz stattfinden können. Wie schon in früheren Jahren ist der HECH auch 2020 Partner der Denkmaltage. Jetzt liegt das vielversprechende
Programm der Europäischen Tage des Denkmals 2020 vor. Die Denkmaltage laden dieses Jahr zum Thema «Weiterbauen» ein. NIKE, die Nationale Informationsstelle zum KULTURERBE, hat in diesem Zusammenhang eine viersprachige Broschüre mit dem nationalen Programm herausgegeben. Sie erhalten die kostenlose Programm-Broschüre mit diesem Infobrief. Informationen gibt es auch auf www.hereinspaziert.ch

Inventar des historisch wertvollen Rollmaterials der Schweiz
An dieser Stelle wurde schon mehrmals über die Schaffung eines Tools zur Dokumentation und Bewertung des historisch bedeutsamen Rollmaterials informiert. Die Arbeitsgruppe liess sich von den negativen Einflüssen von Covid-19 nicht stoppen und strebt mit dem Projekt vorwärts. Heute steht das Instrument! Wir haben es Anfang Juni der Geschäftsleitung des Verbandes öffentlicher Verkehr VöV in Bern vorgestellt. Mitte Juni präsentierten wir es der Geschäftsleitung des Verkehrshauses der Schweiz in Luzern. Anfang Juli haben wir die denkmalpflegerische Seite in das Projekt miteinbezogen. Der Erhalt des Kulturerbes Eisenbahn und wie denn Eisenbahnfahrzeuge einzustufen sind, waren gerade in dieser Branche in letzter Zeit immer wieder ein Thema. So konnten wir stellvertretend ‘Archäologie und Denkmalpflege des Amtes für Raumentwicklung in der Baudirektion Kanton Zürich’ für eine Präsentation und kritische Begutachtung gewinnen. Weitere Präsentationen und Tests folgen, bevor wir damit an die Öffentlichkeit treten. Für den Herbst sehen wir eine Informationsveranstaltung für alle Halter von historischen Lokomotiven und Wagen vor, soweit es die Covid- 19-Massnahmen zulassen.

Bachelorarbeit
Beinahe hätte Corona den beiden Absolventen des Studienganges Verkehrssysteme an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (zhaw) einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie liessen sich aber nicht einschüchtern und haben die Bachelorarbeit zum Thema ‘Ausrüstung und Zulassung eines historischen Eisenbahnfahrzeugs mit einer portablen Zugbeeinflussungseinrichtung’ mit Bravour durchgezogen. Nur das praktische Testen konnte innerhalb der Frist zur Abgabe ihrer Arbeit wegen Covid-19 nicht erfolgen. Dies wurde am 17. Und 18. Juli nachgeholt, und zwar erfolgreich! Lesen Sie dazu den Bericht auf der HECH-Website www.hech.ch.

Smartrail 4.0 und die Auswirkungen auf die historischen Eisenbahnen
Vor einem halben Jahr hatten wir angekündigt, im Sommer 2020 für die Mitgliedsbahnen eine Informationsveranstaltung zum Thema ‘smartrail 4.0’ anzubieten. Corona hinderte darauf nicht nur den HECH an der Durchführung des Anlasses, sondern ganz besonders die Projektverantwortlichen in der weiteren Planung von ‘smartrail 4.0’. Nach deren Auskunft werden die turbulenten Zeiten sich auf Finanzen und somit auch auf Termine auswirken, man spricht momentan von 2 Jahren Verzögerung. Wir bleiben dran!

BAV informiert: Weiterentwicklung Regelwerke Eisenbahnen Schweiz – Revisionspaket 2020

03.08.2020

Weiterentwicklung Regelwerke Eisenbahnen Schweiz – Revisionspaket 2020

Publikation von:

  • Verordnung über Bau und Betrieb der Eisenbahnen (Eisenbahnverordnung, EBV)
  • Ausführungsbestimmungen zur Eisenbahnverordnung (AB-EBV)
  • Verordnung über die behindertengerechte Gestaltung des öffentlichen Verkehrs (VböV)
  • Verordnung des UVEK über die technischen Anforderungen an die behindertengerechte Gestaltung des öffentlichen Verkehrs (VAböV)
  • weitere zugehörige Regelwerke

Sehr geehrte Damen und Herren
Das BAV hat wichtige Regelwerke im Eisenbahnbereich sowie im Bereich der behindertengerechten Gestaltung des öffentlichen Verkehrs weiterentwickelt. Alle Regelungen treten am 01.11.2020 in Kraft.

Die Schwerpunkte der Revisionsrunde 2020 im Bereich der EBV und AB-EBV sind die Themen Bremsen Meterspur, Gleisüberhöhung bei Perronkanten im Kurvenbereich – Normal- und Meterspur – die Übernahme weiterer EU-Rechtsakte sowie die Bearbeitung weiterer thematischer Arbeiten in den einzelnen Fachsektionen.

Der Schwerpunkt dieser Teilrevision der VböV liegt in der Bestandsaufnahme der Barrierefreiheit der Bahnhöfe, Stationen und Haltestellen. Bei der Aktualisierung der VAböV liegt der Schwerpunkt v.a. bei den Fernverkehrsbussen und bei einer Präzisierung zu den Seilbahnkabinen.

Ebenfalls in dieser Revisionsrunde werden zwei Richtlinien (Normal- und Meterspur) angefügt, welche den Nachweis der Fahrzeuge zur Einhaltung der Vorgaben an Perronkanten regeln. Sie sind die direkte Folge der Arbeiten rund um das Thema Gleisüberhöhung bei Perronkanten in Kurven. Der Leitfaden
«taktil-visuelle Markierung Bahnperrons» ist eine Weiterentwicklung des Anhangs 2 der AB-EBV und ersetzt diesen. Ein Leitfaden zur Frage passiver Schutzmassnahmen auf Strassenbrücken über Gleisanlagen ergänzt das Revisionspaket.

Die revidierten Regelwerke stehen Ihnen in Kürze wie folgt zu Verfügung:

EBV, VböV und VAböV:
Diese Regelwerke werden zuerst in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts (AS) (https://www.admin.ch/gov/de/start/bundesrecht/amtliche-sammlung.html) und danach in der Systematischen Sammlung des Bundesrechts (SR) (https://www.admin.ch/gov/de/start/bundesrecht/systematische-sammlung.
html) publiziert.

AB-EBV – Druckversion:
Die gedruckten AB-EBV werden weiterhin im Loseblatt-System herausgegeben. Sie werden in dieser Revisionsrunde als Ganzes neu gedruckt. Die AB-EBV-Druckversionen können ab Oktober bezogen werden.
Die gebundene Version kann direkt bestellt werden auf https://www.bundespublikationen.admin.ch/
– Suche in Bundespublikationen – Suchbegriff 802.650.D bzw. 802.650.F (für die deutsche bzw. französische Ausgabe, Gültigkeit ab 1. November 2020). Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an das BBL, Vertrieb Publikationen, CH-3003.

AB-EBV – Online Version:
www.bav.admin.ch
‘Rechtliches‘ – ‘Weitere Rechtsgrundlagen und Vorschriften‘ – ‘Ausführungsbestimmungen zur EBV (AB EBV)‘ (gültig ab 01.11 2020).
Es ist jeweils eine deutsche und französische Gesamtversion aufgeschaltet.
Auf dieser Seite werden auch die Ergebnisse der Einbindung der interessierten Kreise sowie weitere Erläuterungen zu den Änderungen der Revisionsrunde aufgeschaltet.

Unter Dokumentation sind ebenfalls die zwei neuen Richtlinien und Leitfäden zu finden.
Das BAV ist bestrebt, die Neuerungen dieser Revisionsrunde der Branche zusätzlich zu erläutern. Hierzu werden die wesentlichen Änderungen gezielt in der 2. Jahreshälfte in den wichtigsten Arbeitsgruppen und Kommissionen präsentiert.

Dazu gehören:

  • die Kommission Infrastruktur (KIS) des VöV
  • die Kommission Technik und Betrieb Schiene (KTBS) des VöV
  • die Kommission Sicherheit Eisenbahnen (KOSEB) des BAV sowie die zugehörigen Arbeitsgruppen

Falls Sie Fragen haben, steht Ihnen gerne Johannes Erhart (johannes.erhart@bav.admin.ch, Tel. 058 469 07 03) zur Verfügung.

Für Ihr Interesse und Ihre wertvolle Mitwirkung bei der Einbindung der interessierten Kreise danken wir Ihnen nochmals bestens.

Freundliche Grüsse
Bundesamt für Verkehr
Anna Barbara Remund, Vizedirektorin
Abteilung Infrastruktur

Dampflokomotive mit Geschwindigkeitsüberwachung: Eb 3/5 9 und ein ZUB 262 ct – es funktioniert !

20.07.2020

Die in der Schweiz angewandte Zugbeeinflussung auf Strecken mit optischer Signalisierung kennt von der Funktion her zwei Stufen:

  • Reaktiv mit Halt- und Warnungsauswertung: Der Zug wird nach Überfahrt über ein Halt zeigen-des Signal zwangsgebremst; auf eng dimensionierten Anlagen kann sich dadurch immer noch das Eindringen in den Gefahrenraum ergeben
  • Proaktiv mit Geschwindigkeitsüberwachung: Der Zug wird während der Zufahrt auf das Halt zeigende Signal auf Einhaltung der erforderlichen Bremskurve überwacht. Das Eindringen in den Gefahrenraum ist im Normalfall ausgeschlossen

Während mittlerweile bereits viele historische Triebfahrzeuge, sowohl Dampf- wie Elektroloks, über die Halt- und Warnungsauswertung verfügen, kommt die Geschwindigkeitsüberwachung bisher erst bei «jungen» historischen Triebfahrzeugen zum Einsatz, welche diese bereits in ihrer aktiven Plandienstzeit eingebaut bekamen. Nachrüstungen mit Geschwindigkeitsüberwachung sind ganz selten und betrafen bisher nur elektrische Triebfahrzeuge. Am 18. Juli 2020 fand nun der schweizweit erste kommerzielle Einsatz einer Dampflokomotive mit Geschwindigkeitsüberwachung statt. Pionierin die Eb3/5 9 des Dampfloki-Club Herisau (DLC), die durch den Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) in Bauma betreut wird.

Im Rahmen der vom HECH herausgegebenen generischen Risikoanalyse zum Verkehren von Trieb-fahrzeugen ohne ausreichende Zugbeeinflussung ergab sich über die Firma Enotrac, Thun, ein Kontakt zu zwei Absolventen des Studiengangs Verkehrssysteme an der Scool of Engineering der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur. Als eine von diversen Massnahmen aus der Risikoanalyse wurde mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) vereinbart, nach Möglichkeit Stu-dien zur Integration von Geschwindigkeitsüberwachungen auf historischen Triebfahrzeugen durchzufüh-ren. Dieter Würgler als Senior-Chef der Enotrac und massgeblich Mitwirkender an der genannten Risi-koanalyse motivierte Stefan Schnüriger und Christian Lobsiger, zwei Studenten eines von ihm zusam-men mit der Dozentin Monika Reif durchgeführten Kurses aus dem Studiengang, sich für die Projekt- und Bachelorarbeit der Thematik anzunehmen.

Ziel der Arbeit war, erstens die grundsätzliche Möglich-keit einer Integration der Apparatur aufzuzeigen und zweitens die Option ihrer raschen und einfachen Auswechselbarkeit zu untersuchen. Dies würde es den interessierten Fahrzeughaltern erlauben, ihre Lokomotiven nur teilweise mit fixen Installationen auszurüsten und das wesentlich teurere Herzstück fallweise auf dem einen oder anderen Triebfahrzeug einzusetzen.

Als Versuchsträger boten DVZO und DLC dem Team die Dampflok Eb3/5 9 an. Diese Lok ist mit der Halt-/Warnungsauswertung ETM-S ausgerüstet und verfügt somit bereits über die nötigen ETCS-Antennen, die Stromversorgung und die Verkabelung. Als Industriepartner war zudem Siemens Mobility beteiligt mittels vorübergehender Ausleihung eines mobilen Versuchsgeräts ZUB 262 ct. Das stets in-volvierte BAV war der Sache wohlwollend eingestellt und verfügte aufgrund der eingereichten Unterla-gen schon frühzeitig eine Betriebsbewilligung für Test- und kommerzielle Fahrten mit der neuen Anlage.

Mit grossem Elan machten sich die beiden Absolventen ans Werk. Aufgrund der Lockdown-bedingten Einschränkungen wäre die ZHAW mit einer rein theoretischen Abfassung der Qualifikationsarbeiten zufrieden gewesen. Stefan Schnüriger und Cristian Lobsiger liessen es sich aber nicht nehmen, auf freiwilliger Basis auch den Praxisnachweis zu erbringen. So wurde die 110-jährige Dampflok einige Ta-ge lang in Behandlung genommen, letztlich einiges länger als man es sich zunächst gedacht hatte.

Pünktlich zum angesetzten Termin der Testfahrten am 17. Juli 2020 wurde die Installation aber beendet. Unter der Leitung eines Probefahrtleiters und in Absprache mit der Infrastrukturbetreiberin durfte oder musste der Lokführer viele Sachen machen, die ihm sonst verboten sind, wie Abfahren bei Halt zeigen-dem Ausfahrsignal, nicht befreien bei nachschaltendem Signal, zu schnell fahren und einiges mehr. Das eingebaute System musste richtig reagieren und wurde vom Experten dabei als betriebssicher und stabil befunden.

Am Folgetag fand eine kommerzielle Fahrt von Bauma nach Winterthur und zurück statt, zu der die un-terstützenden Partner sowie die Absolventen und ihre Klasse eingeladen waren. Während der Fahrt zeigte es sich, dass die Geschwindigkeitsüberwachung tadellos funktionierte, ohne den Betrieb einzu-schränken. Leider lief die Ausleihdauer des Geräts ab, so dass Stefan Schnüriger und Cristian Lobsiger bereits unmittelbar nach Rückkunft in Bauma den Rückbau in Angriff nehmen mussten. Ihnen bleibt der Leistungsausweis, innert kurzer Zeit und unter teilweise widrigen Umständen eine stabile Erstkonfigura-tion geschafft zu haben. Damit erwiesen sie dem Werbeslogan ihrer Fachhochschule «Wir bilden fähige Ingenieure aus» alle Ehre.

Bis auf weiteres kommt nun auf der Eb3/5 9 wieder das ETM-S zum Einsatz. Die Erkenntnisse aus dem kurzzeitigen Versuch sind aber sehr wertvoll. Zum einen wurde gezeigt, dass die Integration der Ge-schwindigkeitsüberwachung auf historischen Triebfahrzeugen, ja sogar auf Dampflokomotiven, möglich ist und auch als Ersatz bzw. Ergänzung eines bisherigen ETM-S funktioniert. Zum anderen wurde quasi ein «Rezeptbuch» geschrieben, auf was Fahrzeughalter bei einer Integration des Systems zu achten haben. Drittens wurde gezeigt, dass und wie ein Regime für den wechselseitigen Einsatz eines Geräts auf mehreren Triebfahrzeugen möglich ist.

Für die Halter von historischen Fahrzeugen ist eine Integration der Geschwindigkeitsüberwachung ZUB 262 ct bis auf weiteres eher weniger eine valable Option. Grund dafür ist das ökonomische Modell von Museums- und anderen historischen Bahnen, mit verbleibender Lebenszeit «ausrangierter» Produkte immer noch operative Tätigkeiten durchzuführen. Spenden und Verkehrserlöse reichen im besten Fall für die zwingend nötige Aufarbeitung von Verbrauchssubstanz wie Dampfkessel, Radsätze oder Moto-ren. Sollen weitere Aufwände integriert werden, droht das finanzielle Modell zu kippen, weil höhere Prei-se vom eher dünnen Markt kaum mehr akzeptiert werden. Sogar wenn hochspezialisierte Tätigkeiten wie Engineering und Einbau der Systeme auf ehrenamtlicher Basis erfolgen (andernfalls kann sich der finanzielle Aufwand leicht verdoppeln bis verdreifachen), ist der aktuelle Preis des nach wie vor markt-reifen ZUB 262 ct von rund 60’000 Franken nicht mit dem Businessplan der meisten historischen Fahr-zeughalter kompatibel. Auch hier besteht die naheliegendste Option darin, die Restlebensdauer von abgekündeten Systemen nach Ablauf der Marktreife zu nutzen. So ist aktuell etwa das bald 30-jährige Vorgängermodell ZUB 121 mehr oder weniger kostenlos im «Graumarkt» greifbar. Jedoch wird es durch den Hersteller nicht mehr gepflegt, die professionellen Know-how-Träger werden allmählich selten und die Restlebensdauer bei elektronischen Systemen ist in der Regel auch nicht so lange wie bei stähler-nen Geräten wie der Eb3/5 9, die heuer ebenso viele Jahre im historischen Einsatz (1965-2020) wie seinerzeit im planmässigen Verkehr (1910-1965) zählen darf.

Sollte aber jemand über einen zahlungskräftigen Sponsor verfügen, so ist ein Kauf des ZUB 262 ct ge-rade aus Gründen der Betriebssicherheit und der Existenzgarantie eines historischen Triebfahrzeugs sehr zu empfehlen. Und für die Integration haben wir nun dank den frischgebackenen «Bachelors of Science in Verkehrssysteme ZFH» Stefan Schnüriger und Cristian Lobsiger eine praktische Anleitung.

Beteiligt waren:
HECH: Patronage
ZHAW SoE Winterthur: Qualifikationsarbeit, logistische Unterstützung
Dieter Würgler, Enotrac: Koordination, Motivation, logistische Unterstützung
DVZO: Organisation der Fahrten, Personal und Wagen
DLC: Dampflok Eb3/5 9
Siemens Mobility, Wallisellen: Ausleihgerät Trainguard ZUB 262 ct und Beratung
BAV: Aufsichtsbehörde und Aussteller der Betriebsbewilligung
TR Transrail: Eisenbahn-Verkehrsunternehmung
SBB: Infrastruktur-Betreiberin

Bilder:
Bild 1: Stefan Schnüriger (l) und Christian Lobsiger (r) mit einem Servicetechniker der Siemens bei der Problemdiagnose
Bild 2: Das mobile, fast ein wenig rustikale ZUB-Bediengerät (oben) mit dem wohlorganisierten Ka-belchaos im Zugbeeinflussungskasten der Eb3/5 9
Bild 3: Kreuzungshalt der ersten kommerziellen Fahrt einer Dampflok mit ZUB 262 ct im Bahnhof Senn-hof-Kyburg (fahrplantechnisch ausnahmsweise möglich wegen baubedingten Einschränkungen der S-Bahn)

Vernehmlassung I-30121,

13.07.2020

Der HECH hat die Anhörungsunterlagen I-30121 – Änderungen per 13.12.,2020 zur Stellungnahme erhalten.

Kommentare, welche im Namen des HECH eingereicht werden sollen, bitte bis spätestens 2. August 2020 an Hugo Wenger.

Vernehmlassung I-30111, Änderungen per 13.12.20

04.07.2020

Der HECH hat die Anhörungsunterlagen I-30111 – Änderungen per 13.12.,2020 zur Stellungnahme erhalten.

Kommentare, welche im Namen des HECH eingereicht werden sollen, bitte bis spätestens 2. August 2020 an Hugo Wenger.

Die Kandertalbahn möchte zwei Fahrzeuge abgeben

20.06.2020

Die Kandertalbahn hat zwei Fahrzeuge die sie gerne zurück in die Schweiz bringen wollen. Sie würden sich freuen, wenn sich ein Verein findet, der daran Interesse hat. Details zu den Fahrzeugen im Marktplatz.

Schutzkonzept öffentlicher Verkehr ab 8. Juni 2020

30.05.2020

20200525 Schutzkonzept-oev

Radsätze Db 4 und Db 5 abzugeben

26.05.2020

Nähere Angaben bei Michi Bollmann, DVZO