HECH Jahresbericht 2020 des Präsidenten

14.02.2021

GV_2021_Jahresbericht_2020_d

HECH Infos

21.01.2021

Zweite Welle, britische und südafrikanische Virusvarianten, die Covid-19-Pandemie hält weiter an. Die Schweiz steckt mindestens bis Ende Februar in einem erneuten Lockdown. Eine Planungssicherheit für 2021 wurde schon zu Jahresbeginn verunmöglicht. Keine einfache Situation für die HECH-Bahnen.

Generalversammlung des Verbandes HECH
Noch vor dem abgelaufenen 2020 hatte der Vorstand das Durchführungsdatum der Generalversammlung mutig auf den Samstag, 15. Mai 2021, festgelegt. Ob an diesem Tag die Generalversammlung wirklich abgehalten werden kann, wissen wir heute nicht. Covid-19 und die damit verbundenen Massnahmen werden den Geschäftsverlauf auch in den nächsten Monaten bestimmen. Wir sind aber flexibel. Je nach aktueller Situation werden wir die Generalversammlung nochmals schriftlich ausführen. Ziel in diesem Jahr ist aber schon, das abgesagte ‘Jubiläum 25 Jahre HECH‘ in irgendeiner Form nachzuholen und die geplant gewesene Sonderfahrt durchzuziehen.

Überarbeitete BAV-Richtlinie ’Fahrten ohne ausreichende Zugbeeinflussung (FoaZ)
Speziell für die EVU unter den HECH-Mitgliedsbahnen dürfte es von Interesse sein. Das Bundesamt für Verkehr, Abteilung Infrastruktur, hat die bestehende Richtlinie ’Fahrten ohne ausreichende Zugbeeinflussung (FoaZ)‘aktualisiert. Die Richtlinie regelt die Fahrten auf Normalspur-, Meterspurnetzen und Spezialspurstrecken mit zugführenden Triebfahrzeugen ohne ausreichende Zugbeeinflussung. Die Richtlinie steht den betroffenen Bahnen und Infrastrukturbetreiberinnen auf der BAV-Webseite zur Verfügung:

Bundesamt für Verkehr BAV Fahrten ohne ausreichende Zugbeeinflussung (Link)

Für die HECH-Mitgliedsbahnen besteht für Fahrten auf Normalspurnetzen und auch für Fahrten auf Meterspurnetzen und Spezialspurstrecken je eine ’Generische Risikoanalyse’. Auskünfte zur Risikoanalyse sowie Informationen zu Neuaufnahmen oder Mutationen von Triebfahrzeugen sind an hugo.wenger@hech.ch zu richten.

Generische Risikoanalyse FoaZ für Fahrten auf Meterspurnetzen und Spezialspurstrecken
Die Gültigkeit der aktuellen Risikoanalyse FoaZ für Fahrten auf Meterspurnetzen und Spezialspurstrecken wird am 6. Juni 2022 ablaufen. Das bewährte Team, welches in den Jahren 2015 bis 2017 die Risikoanalyse ausgearbeitet hat, wird sich ab Sommer 2021 rechtzeitig der vom BAV verlangten Überarbeitung der Risikoanalyse annehmen.

Eine weitere Mitgliedsbahn ist ausgeschieden
Über die ’Schorno-Locomotive Management, SLM GmbH‘ in Winterthur, wurde kurz vor Ende 2020 der Konkurs eröffnet. Kurz darauf ist die Gesellschaft aufgelöst worden und ist somit nicht mehr Mitglied in unserem Verband.

HECH – Winter-Info –

12.12.2020

Die andauernde Unsicherheit im Zusammenhang mit Covid-19 beeinflusst die Tätigkeit der historischen Bahnen weiterhin. Nach dem drastischen Lockdown im Frühjahr, konnten ab Juni unter Einhaltung von Bestimmungen und Regelungen immerhin wieder einige Aktivitäten durchgeführt werden. Die Beachtung und die Passagierzahlen blieben allerdings auf einem tiefen Niveau. Die Freude und das Interesse an historischen Lokomotiven und Wagen wird nicht verloren gehen. So schauen wir nach vorne und setzen uns noch stärker für deren Erhalt ein. Sicher ist, wir dürfen die Zuversicht und den Mut nicht verlieren, dass wir diese Krise überwinden werden. Tragen Sie sich Sorge und bleiben Sie gesund!

Das Inventar des historisch wertvollen Rollmaterials der Eisenbahnen der Schweiz
Seit Jahren setzen wir alle unsere Kräfte dafür ein, das Kulturgut «Eisenbahn» der Nachwelt zu erhalten und lebendig, das heisst im Betrieb, der Öffentlichkeit zu präsentieren. – Wir fördern das kollektive Gedächtnis an die stets fortschrittliche Rolle des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz und sind damit Werbeträger im besten Sinn.

Um die oft knappen Mittel und personellen Ressourcen auch zukünftig den historisch aussagekräftigsten Fahrzeugen und Bahnanlagen zukommen zu lassen, sieht es der HECH als unabdingbar, ein einstufendes Inventar für das historische wertvolle Rollmaterial zu erstellen. – Damit können Schwerpunkte gesetzt und eine Gefahr der Verzettelung vermieden werden. Auch sind qualifizierte und schweizweit vergleichende Aussagen zur historischen Bedeutung von Schienenfahrzeugen grundlegend, wenn öffentliche Mittel beispielsweise über die kantonalen Denkmalpflegen oder die Lotteriefonds eingesetzt werden. Schliesslich wird das Inventar auch dem öffentlichen Interesse entgegenkommen, dass nicht wichtige materielle Zeitzeugnisse aus Unwissenheit oder aufgrund von Fehleinschätzungen verloren gehen.

Um die grosse Aufgabe der Inventarisierung überhaupt zeitnahe, in genügender Qualität und zu tragbaren Kosten bewältigen zu können, hat der HECH ein Inventarisierungssystem ent-wickelt, bei dem die Fahrzeugeigentümer zur Ersterfassung einbezogen werden. Das System ist webbasiert und soll weitestgehend selbsterklärend sein. Auch wurden die Erfassungskriterien sehr knappgehalten, dass der Aufwand für die Erfassung für alle Beteiligten im tragbaren Rahmen bleibt.

Gerne laden wir Sie ein, Einblick in das webbasierte Instrument zu nehmen:
www.eisenbahninventar.ch

Unter „Konzept“ und „Manual“ erhalten sie weitere Informationen zur Aufgabe des Inventars und zur praktischen Anwendung des webbasierten Tools.

Mit dieser Information laden wir die Rollmaterialeigentümer ein, an der Erfassung mit ihren Fahrzeugen teilzunehmen. – Dazu bitten wir Sie, eine Kontaktperson Ihrer Institution (inkl. Adresse, E-Mail und Telefonnummer) zu benennen und diese im Tool direkt zu registrieren (Schaltfläche «Registrieren» auf der Startseite). Anschliessend können Sie sich mit dem Namen Ihrer Institution (Kürzel) als Benutzername und dem von Ihnen gewählten Passwort anmelden und sofort mit der Erfassung beginnen.

Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung:
Zum webbasierten Tool unter: tool@eisenbahninventar.ch
Zu allen weiteren Fragen unter: info@eisenbahninventar.ch

Im Namen des HECH und der Partnerorganisationen Verband öffentlicher Verkehr VöV, Verkehrshaus der Schweiz, Denkmalpflege des Kantons Zürich und der Nationalen Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE sprechen wir Ihnen einen grossen Dank aus für Ihre Bereitschaft, beim Schweizerischen Eisbahninventar mitzuwirken.

Sind Sie Eigentümer von historischen Eisenbahn-Rollmaterial und wir haben es versäumt, Sie direkt zu kontaktieren? Wenn dies so ist, melden Sie sich bei info@eisenbahninventar.ch . Wir danken Ihnen für Ihre Mithilfe.

Antrag auf Mitgliedschaft gestellt
Die ‘Stiftung historische Appenzeller Bahnen‘, Herisau, hat im Oktober 2020 beim HECH ein Gesuch um Mitgliedschaft eingereicht. Über die Aufnahme wird die nächste Generalversammlung entscheiden. Wir ermöglichen jedoch der Stiftung schon jetzt, sich am Verbandsgeschehen aktiv zu beteiligen.

Eine Mitgliedbahn scheidet aus
Der ‘Verein Dampflok Nr. 5‘, Wilderswil, hat sich im September 2020 aufgelöst und ist somit nicht mehr Mitglied in unserem Verband.

Europäische Tage des Denkmals 2021
«Faire et savoir-faire» heisst das schweizerische Motto der ’Europäischen Tage des Denkmals‘, die im 2021 am 11. Und 12. September stattfinden werden. Es inspiriert auch uns, weshalb der HECH 2021 wieder als Partner dabei ist und eine Kooperation mit der Nationalen Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE abgeschlossen hat. Bei der Planung der Anlässe geht es um Präsentation von ‘Konstruktion und Handwerk‘. Für die HECH-Bahnen bieten sich hier sehr gute Möglichkeiten, sich mit einer Veranstaltung aktiv an den Denkmaltagen zu präsentieren. Besichtigungen in Werkstatt und Depot kommen immer gut an, oder vielleicht bieten sich auch interessante Einblicke in den Bereich Infrastruktur. Wir motivieren die HECH-Bahnen, die Chance zur Präsentation im Rahmen der ’Europäischen Tage des Denkmals‘ zu nutzen. ( www.nike-kulturerbe.ch )

Um Steuerbefreiung ersucht
Niemand bezahlt gerne Steuern, auch der Verband HECH nicht. Auf Anregung der Revisoren hat der HECH beim Kantonalen Steueramt in Zürich ein Gesuch zur Steuerbefreiung eingereicht. Ob wir Erfolg haben, ist noch nicht klar. Die Antwort aus Zürich steht noch aus.

Triebfahrzeuge mit Zugsicherungseinrichtung
Welche historischen Normalspur-Triebfahrzeuge unserer Mitgliedsbahnen sind mit einer Zugsicherungseinrichtung ausgerüstet? Wir wissen es nicht. Um über aktuelle Angaben zu verfügen, haben wir eine dringende Umfrage gestartet. So interessiert uns auch, welches Zugsicherungssystem eingebaut ist (mit Einbaujahr). Die mit dem betroffenen Triebfahrzeug durchschnittlich pro Jahr gefahrenen Kilometer sowie das EVU sind weitere Angaben, die ein Fahrzeughalter an hugo.wenger@hech.ch übermitteln soll. Die aus der Umfrage resultierende Liste, welche zu Gunsten des Bundesamtes für Verkehr bis Ende 2020 vorliegen muss, wird in Zukunft jährlich à jour gehalten.

Ein ’Kulturpromille‘ im Bahninfrastrukturfonds?
Zu einer historischen Eisenbahn braucht es auch Infrastruktur. Eine solche Infrastruktur zu pflegen und allen Forderungen und Auflagen zu genügen, benötigt finanzielle Mittel, zu denen die betroffenen Bahnen im HECH systembedingt nicht so leicht Zugang haben. Gibt es eine Möglichkeit, einen politischen Vorstoss aufzugleisen? Mit dieser Frage ist der HECH Ende November an die LITRA Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr gelangt und hat um eine Zusammenarbeit für die Realisierung ersucht. Ziel eines politischen Vorstosses soll sein, dass Eisenbahninfrastruktur für historische Züge ebenfalls abgeltungsberechtigt wird. Hierfür sollte im Bahninfrastrukturfonds (BIF) ein sogenanntes ’Kulturpromille‘ geschaffen werden. Bei der Idee geht es nur um die Infrastruktur, an die Kosten für den Bahnbetrieb würde nichts gegeben, doch dadurch stünden betroffenen Bahnen erhebliche finanzielle Mittel pro Jahr zur Verfügung. Damit Gleichberechtigung garantiert werden kann, müsste das ’Kulturpromille‘ allen Bahninfrastrukturen, die historisch wertvoll sind, zu Gute kommen, so auch für Berg- oder Ausflugsbahnen. Gerade Strecken, welche historisch interessant sind, können aus der öffentlichen Grunderschliessung herausfallen, oder sind bereits herausgefallen.

In ihrer Antwort kann die LITRA unser Anliegen gut nachvollziehen und klärt nun die Zweckmässigkeit sowie die Erfolgsaussichten eines politischen Vorstosses ab. Anschliessend legen wir das weitere Vorgehen fest.

RTE Instandhaltung historische Fahrzeuge
Der HECH begrüsst die Schaffung eines nationalen Regelwerks Technik für historische Fahrzeuge der Normal-, Meter- und Spezialspuren. Das Regelwerk soll unter der Schirmherrschaft des HECH entstehen. Ein entsprechender Projektauftrag an die Steuerungsgruppe RTE beim Verband öffentlicher Verkehr wird durch den HECH erfolgen. Die RTE Instandhaltung historischer Fahrzeuge soll im Sinne der gesamten Eisenbahn-Branche gesehen werden und sich nicht auf Einzelinteressen der Museums- und ‘Hobbybahnen‘ beschränken.

Anhörungsunterlagen I-30121 zur Stellungnahme, Termin 6.1.2021

12.12.2020

Der HECH hat die Anhörungsunterlagen I-30121 – Änderungen per 01.07.2021 zur Stellungnahme erhalten.

Kommentare, welche im Namen des HECH eingereicht werden sollen, benötigt Hugo Wenger bis spätestens 6. Januar 2021.

Anhörungsunterlagen I-30111 zur Stellungnahme, Termin 6.1.2021

12.12.2020

Der HECH hat die Anhörungsunterlagen I-30111 – Änderungen per 01.07.2021 zur Stellungnahme erhalten.

Kommentare, welche im Namen des HECH eingereicht werden sollen, benötigt Hugo Wenger bis spätestens 6. Januar 2021.

BAV empfiehlt Ersatz von ZUB 121 durch ZUB 262 V15 (ZUB light)

25.08.2020

wichtige Informationen für normalspurige HECH-Mitglieder

Diese Informationen betreffen Fahrzeughalter die Fahrzeuge die „nur“ mit ZUB 121 ausgerüstet sind.

Mitteilung des BAV vom 17. August 2020

DVZO sucht 15t Hebeböcke

25.08.2020

Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland DVZO sucht für seine Werkstätte in Bauma:

4 Hebeböcke zum Heben von Schienenfahrzeugen, mit Tragfähigkeiten bis zu 15.000 Kg je Hebebock

Wer kann aushelfen? Melden Sie sich beim

Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland, 8494 Bauma
Kim Nipkow
Vorstandsmitglied | Leiter Triebfahrzeuge Bauma
Tel: 079 715 45 32
kim.nipkow@dvzo.ch

HECH – Sommer Info 2020

10.08.2020

Das Coronavirus hat auch den HECH-Mitgliedern stark zugesetzt. Die historischen Bahnen, sie sind dem touristischen Verkehr gleichgestellt, konnten ihre Betriebssaison aufgrund des «Lockdowns» erst mit grosser Verspätung, ab dem 6. Juni, starten. Dass jetzt gefahren werden kann, ist eine erfreuliche Entwicklung, aber das Interesse an öffentlichen Fahrten mit historischen Dampf- und Elektrozügen ist relativ bescheiden. Die geltenden Schutzmassnahmen(Maskenpflicht, etc.) halten viele Besucher von einer Fahrt ab. Nicht gut sieht es bei den Extra- und Sonderfahrten mit historischem Rollmaterial aus. Bestellte Fahrten werden abgesagt oder auf nächstes Jahr verschoben. In der aktuellen Lage mehr als verständlich, für einzelne HECH-Bahnen aber existenzbedrohend. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die HECH-Bahnen wieder alle Kundinnen und Kunden zurückgewonnen haben.
Covid-19 und die entsprechenden Auswirkungen beeinflussen auch das laufende Geschäftsjahr des Verbandes HECH. Besprechungen können nicht wie vorgesehen abgehalten werden.Termine werden laufend verschoben. Geplante Veranstaltungen lassen sich erst Monate später realisieren. Wir bleiben optimistisch und machen aus der gegenwärtigen Situation das Beste.

Ergebnisse der Generalversammlung (schriftliche Abstimmung)
Die Massnahmen zur Einschränkung der Corona-Pandemie verhinderten auch die Durchführung der Generalversammlung. Aus diesem Grund wurden die Mitgliedsbahnen dazu eingeladen, ihre Stimme zu den Traktanden schriftlich abzugeben. 42 von 69 Mitgliedern folgten dem Aufruf. Das Protokoll der Auswertung der schriftlichen Generalversammlung finden Sie auf der HECH-Website www.hech.ch .

Falls es Covid-19 im 2021 zulässt, findet die nächste Generalversammlung wieder im gewohnten Rahmen statt. Die Mitgliedsbahn Swisstrain SA stellt sich nochmals für die Organisation zur Verfügung.

Neue HECH-Mitglieder
Mit der schriftlichen Abstimmung sind zwei neue Mitglieder in den Verband aufgenommen worden. Es sind dies:
– Verein SBB Historic Team Erstfeld, Erstfeld
– Verkehrshaus der Schweiz, Luzern

Nachdem Mitte 2019 der Dampfloki-Verein AB, Herisau, wegen Vereinsauflösung aus dem Verband HECH ausgeschieden ist, setzen sich neu 71 Bahnen und Halter historischer Eisenbahnfahrzeuge im Rahmen des Verbandes für den Erhalt des Kulturgutes ‘Eisenbahn’ ein.

Europäische Tage des Denkmals 2020
Trotz Corona-Pandemie werden die Denkmaltage durchgeführt. Das Entscheidgremium hat sich dazu ausgesprochen. Unter Einhaltung der geltenden Regeln und Schutzmassnahmen sollten die Veranstaltungen an vielen Orten in der Schweiz stattfinden können. Wie schon in früheren Jahren ist der HECH auch 2020 Partner der Denkmaltage. Jetzt liegt das vielversprechende
Programm der Europäischen Tage des Denkmals 2020 vor. Die Denkmaltage laden dieses Jahr zum Thema «Weiterbauen» ein. NIKE, die Nationale Informationsstelle zum KULTURERBE, hat in diesem Zusammenhang eine viersprachige Broschüre mit dem nationalen Programm herausgegeben. Sie erhalten die kostenlose Programm-Broschüre mit diesem Infobrief. Informationen gibt es auch auf www.hereinspaziert.ch

Inventar des historisch wertvollen Rollmaterials der Schweiz
An dieser Stelle wurde schon mehrmals über die Schaffung eines Tools zur Dokumentation und Bewertung des historisch bedeutsamen Rollmaterials informiert. Die Arbeitsgruppe liess sich von den negativen Einflüssen von Covid-19 nicht stoppen und strebt mit dem Projekt vorwärts. Heute steht das Instrument! Wir haben es Anfang Juni der Geschäftsleitung des Verbandes öffentlicher Verkehr VöV in Bern vorgestellt. Mitte Juni präsentierten wir es der Geschäftsleitung des Verkehrshauses der Schweiz in Luzern. Anfang Juli haben wir die denkmalpflegerische Seite in das Projekt miteinbezogen. Der Erhalt des Kulturerbes Eisenbahn und wie denn Eisenbahnfahrzeuge einzustufen sind, waren gerade in dieser Branche in letzter Zeit immer wieder ein Thema. So konnten wir stellvertretend ‘Archäologie und Denkmalpflege des Amtes für Raumentwicklung in der Baudirektion Kanton Zürich’ für eine Präsentation und kritische Begutachtung gewinnen. Weitere Präsentationen und Tests folgen, bevor wir damit an die Öffentlichkeit treten. Für den Herbst sehen wir eine Informationsveranstaltung für alle Halter von historischen Lokomotiven und Wagen vor, soweit es die Covid- 19-Massnahmen zulassen.

Bachelorarbeit
Beinahe hätte Corona den beiden Absolventen des Studienganges Verkehrssysteme an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (zhaw) einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie liessen sich aber nicht einschüchtern und haben die Bachelorarbeit zum Thema ‘Ausrüstung und Zulassung eines historischen Eisenbahnfahrzeugs mit einer portablen Zugbeeinflussungseinrichtung’ mit Bravour durchgezogen. Nur das praktische Testen konnte innerhalb der Frist zur Abgabe ihrer Arbeit wegen Covid-19 nicht erfolgen. Dies wurde am 17. Und 18. Juli nachgeholt, und zwar erfolgreich! Lesen Sie dazu den Bericht auf der HECH-Website www.hech.ch.

Smartrail 4.0 und die Auswirkungen auf die historischen Eisenbahnen
Vor einem halben Jahr hatten wir angekündigt, im Sommer 2020 für die Mitgliedsbahnen eine Informationsveranstaltung zum Thema ‘smartrail 4.0’ anzubieten. Corona hinderte darauf nicht nur den HECH an der Durchführung des Anlasses, sondern ganz besonders die Projektverantwortlichen in der weiteren Planung von ‘smartrail 4.0’. Nach deren Auskunft werden die turbulenten Zeiten sich auf Finanzen und somit auch auf Termine auswirken, man spricht momentan von 2 Jahren Verzögerung. Wir bleiben dran!

BAV informiert: Weiterentwicklung Regelwerke Eisenbahnen Schweiz – Revisionspaket 2020

03.08.2020

Weiterentwicklung Regelwerke Eisenbahnen Schweiz – Revisionspaket 2020

Publikation von:

  • Verordnung über Bau und Betrieb der Eisenbahnen (Eisenbahnverordnung, EBV)
  • Ausführungsbestimmungen zur Eisenbahnverordnung (AB-EBV)
  • Verordnung über die behindertengerechte Gestaltung des öffentlichen Verkehrs (VböV)
  • Verordnung des UVEK über die technischen Anforderungen an die behindertengerechte Gestaltung des öffentlichen Verkehrs (VAböV)
  • weitere zugehörige Regelwerke

Sehr geehrte Damen und Herren
Das BAV hat wichtige Regelwerke im Eisenbahnbereich sowie im Bereich der behindertengerechten Gestaltung des öffentlichen Verkehrs weiterentwickelt. Alle Regelungen treten am 01.11.2020 in Kraft.

Die Schwerpunkte der Revisionsrunde 2020 im Bereich der EBV und AB-EBV sind die Themen Bremsen Meterspur, Gleisüberhöhung bei Perronkanten im Kurvenbereich – Normal- und Meterspur – die Übernahme weiterer EU-Rechtsakte sowie die Bearbeitung weiterer thematischer Arbeiten in den einzelnen Fachsektionen.

Der Schwerpunkt dieser Teilrevision der VböV liegt in der Bestandsaufnahme der Barrierefreiheit der Bahnhöfe, Stationen und Haltestellen. Bei der Aktualisierung der VAböV liegt der Schwerpunkt v.a. bei den Fernverkehrsbussen und bei einer Präzisierung zu den Seilbahnkabinen.

Ebenfalls in dieser Revisionsrunde werden zwei Richtlinien (Normal- und Meterspur) angefügt, welche den Nachweis der Fahrzeuge zur Einhaltung der Vorgaben an Perronkanten regeln. Sie sind die direkte Folge der Arbeiten rund um das Thema Gleisüberhöhung bei Perronkanten in Kurven. Der Leitfaden
«taktil-visuelle Markierung Bahnperrons» ist eine Weiterentwicklung des Anhangs 2 der AB-EBV und ersetzt diesen. Ein Leitfaden zur Frage passiver Schutzmassnahmen auf Strassenbrücken über Gleisanlagen ergänzt das Revisionspaket.

Die revidierten Regelwerke stehen Ihnen in Kürze wie folgt zu Verfügung:

EBV, VböV und VAböV:
Diese Regelwerke werden zuerst in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts (AS) (https://www.admin.ch/gov/de/start/bundesrecht/amtliche-sammlung.html) und danach in der Systematischen Sammlung des Bundesrechts (SR) (https://www.admin.ch/gov/de/start/bundesrecht/systematische-sammlung.
html) publiziert.

AB-EBV – Druckversion:
Die gedruckten AB-EBV werden weiterhin im Loseblatt-System herausgegeben. Sie werden in dieser Revisionsrunde als Ganzes neu gedruckt. Die AB-EBV-Druckversionen können ab Oktober bezogen werden.
Die gebundene Version kann direkt bestellt werden auf https://www.bundespublikationen.admin.ch/
– Suche in Bundespublikationen – Suchbegriff 802.650.D bzw. 802.650.F (für die deutsche bzw. französische Ausgabe, Gültigkeit ab 1. November 2020). Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an das BBL, Vertrieb Publikationen, CH-3003.

AB-EBV – Online Version:
www.bav.admin.ch
‘Rechtliches‘ – ‘Weitere Rechtsgrundlagen und Vorschriften‘ – ‘Ausführungsbestimmungen zur EBV (AB EBV)‘ (gültig ab 01.11 2020).
Es ist jeweils eine deutsche und französische Gesamtversion aufgeschaltet.
Auf dieser Seite werden auch die Ergebnisse der Einbindung der interessierten Kreise sowie weitere Erläuterungen zu den Änderungen der Revisionsrunde aufgeschaltet.

Unter Dokumentation sind ebenfalls die zwei neuen Richtlinien und Leitfäden zu finden.
Das BAV ist bestrebt, die Neuerungen dieser Revisionsrunde der Branche zusätzlich zu erläutern. Hierzu werden die wesentlichen Änderungen gezielt in der 2. Jahreshälfte in den wichtigsten Arbeitsgruppen und Kommissionen präsentiert.

Dazu gehören:

  • die Kommission Infrastruktur (KIS) des VöV
  • die Kommission Technik und Betrieb Schiene (KTBS) des VöV
  • die Kommission Sicherheit Eisenbahnen (KOSEB) des BAV sowie die zugehörigen Arbeitsgruppen

Falls Sie Fragen haben, steht Ihnen gerne Johannes Erhart (johannes.erhart@bav.admin.ch, Tel. 058 469 07 03) zur Verfügung.

Für Ihr Interesse und Ihre wertvolle Mitwirkung bei der Einbindung der interessierten Kreise danken wir Ihnen nochmals bestens.

Freundliche Grüsse
Bundesamt für Verkehr
Anna Barbara Remund, Vizedirektorin
Abteilung Infrastruktur

Dampflokomotive mit Geschwindigkeitsüberwachung: Eb 3/5 9 und ein ZUB 262 ct – es funktioniert !

20.07.2020

Die in der Schweiz angewandte Zugbeeinflussung auf Strecken mit optischer Signalisierung kennt von der Funktion her zwei Stufen:

  • Reaktiv mit Halt- und Warnungsauswertung: Der Zug wird nach Überfahrt über ein Halt zeigen-des Signal zwangsgebremst; auf eng dimensionierten Anlagen kann sich dadurch immer noch das Eindringen in den Gefahrenraum ergeben
  • Proaktiv mit Geschwindigkeitsüberwachung: Der Zug wird während der Zufahrt auf das Halt zeigende Signal auf Einhaltung der erforderlichen Bremskurve überwacht. Das Eindringen in den Gefahrenraum ist im Normalfall ausgeschlossen

Während mittlerweile bereits viele historische Triebfahrzeuge, sowohl Dampf- wie Elektroloks, über die Halt- und Warnungsauswertung verfügen, kommt die Geschwindigkeitsüberwachung bisher erst bei «jungen» historischen Triebfahrzeugen zum Einsatz, welche diese bereits in ihrer aktiven Plandienstzeit eingebaut bekamen. Nachrüstungen mit Geschwindigkeitsüberwachung sind ganz selten und betrafen bisher nur elektrische Triebfahrzeuge. Am 18. Juli 2020 fand nun der schweizweit erste kommerzielle Einsatz einer Dampflokomotive mit Geschwindigkeitsüberwachung statt. Pionierin die Eb3/5 9 des Dampfloki-Club Herisau (DLC), die durch den Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) in Bauma betreut wird.

Im Rahmen der vom HECH herausgegebenen generischen Risikoanalyse zum Verkehren von Trieb-fahrzeugen ohne ausreichende Zugbeeinflussung ergab sich über die Firma Enotrac, Thun, ein Kontakt zu zwei Absolventen des Studiengangs Verkehrssysteme an der Scool of Engineering der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur. Als eine von diversen Massnahmen aus der Risikoanalyse wurde mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) vereinbart, nach Möglichkeit Stu-dien zur Integration von Geschwindigkeitsüberwachungen auf historischen Triebfahrzeugen durchzufüh-ren. Dieter Würgler als Senior-Chef der Enotrac und massgeblich Mitwirkender an der genannten Risi-koanalyse motivierte Stefan Schnüriger und Christian Lobsiger, zwei Studenten eines von ihm zusam-men mit der Dozentin Monika Reif durchgeführten Kurses aus dem Studiengang, sich für die Projekt- und Bachelorarbeit der Thematik anzunehmen.

Ziel der Arbeit war, erstens die grundsätzliche Möglich-keit einer Integration der Apparatur aufzuzeigen und zweitens die Option ihrer raschen und einfachen Auswechselbarkeit zu untersuchen. Dies würde es den interessierten Fahrzeughaltern erlauben, ihre Lokomotiven nur teilweise mit fixen Installationen auszurüsten und das wesentlich teurere Herzstück fallweise auf dem einen oder anderen Triebfahrzeug einzusetzen.

Als Versuchsträger boten DVZO und DLC dem Team die Dampflok Eb3/5 9 an. Diese Lok ist mit der Halt-/Warnungsauswertung ETM-S ausgerüstet und verfügt somit bereits über die nötigen ETCS-Antennen, die Stromversorgung und die Verkabelung. Als Industriepartner war zudem Siemens Mobility beteiligt mittels vorübergehender Ausleihung eines mobilen Versuchsgeräts ZUB 262 ct. Das stets in-volvierte BAV war der Sache wohlwollend eingestellt und verfügte aufgrund der eingereichten Unterla-gen schon frühzeitig eine Betriebsbewilligung für Test- und kommerzielle Fahrten mit der neuen Anlage.

Mit grossem Elan machten sich die beiden Absolventen ans Werk. Aufgrund der Lockdown-bedingten Einschränkungen wäre die ZHAW mit einer rein theoretischen Abfassung der Qualifikationsarbeiten zufrieden gewesen. Stefan Schnüriger und Cristian Lobsiger liessen es sich aber nicht nehmen, auf freiwilliger Basis auch den Praxisnachweis zu erbringen. So wurde die 110-jährige Dampflok einige Ta-ge lang in Behandlung genommen, letztlich einiges länger als man es sich zunächst gedacht hatte.

Pünktlich zum angesetzten Termin der Testfahrten am 17. Juli 2020 wurde die Installation aber beendet. Unter der Leitung eines Probefahrtleiters und in Absprache mit der Infrastrukturbetreiberin durfte oder musste der Lokführer viele Sachen machen, die ihm sonst verboten sind, wie Abfahren bei Halt zeigen-dem Ausfahrsignal, nicht befreien bei nachschaltendem Signal, zu schnell fahren und einiges mehr. Das eingebaute System musste richtig reagieren und wurde vom Experten dabei als betriebssicher und stabil befunden.

Am Folgetag fand eine kommerzielle Fahrt von Bauma nach Winterthur und zurück statt, zu der die un-terstützenden Partner sowie die Absolventen und ihre Klasse eingeladen waren. Während der Fahrt zeigte es sich, dass die Geschwindigkeitsüberwachung tadellos funktionierte, ohne den Betrieb einzu-schränken. Leider lief die Ausleihdauer des Geräts ab, so dass Stefan Schnüriger und Cristian Lobsiger bereits unmittelbar nach Rückkunft in Bauma den Rückbau in Angriff nehmen mussten. Ihnen bleibt der Leistungsausweis, innert kurzer Zeit und unter teilweise widrigen Umständen eine stabile Erstkonfigura-tion geschafft zu haben. Damit erwiesen sie dem Werbeslogan ihrer Fachhochschule «Wir bilden fähige Ingenieure aus» alle Ehre.

Bis auf weiteres kommt nun auf der Eb3/5 9 wieder das ETM-S zum Einsatz. Die Erkenntnisse aus dem kurzzeitigen Versuch sind aber sehr wertvoll. Zum einen wurde gezeigt, dass die Integration der Ge-schwindigkeitsüberwachung auf historischen Triebfahrzeugen, ja sogar auf Dampflokomotiven, möglich ist und auch als Ersatz bzw. Ergänzung eines bisherigen ETM-S funktioniert. Zum anderen wurde quasi ein «Rezeptbuch» geschrieben, auf was Fahrzeughalter bei einer Integration des Systems zu achten haben. Drittens wurde gezeigt, dass und wie ein Regime für den wechselseitigen Einsatz eines Geräts auf mehreren Triebfahrzeugen möglich ist.

Für die Halter von historischen Fahrzeugen ist eine Integration der Geschwindigkeitsüberwachung ZUB 262 ct bis auf weiteres eher weniger eine valable Option. Grund dafür ist das ökonomische Modell von Museums- und anderen historischen Bahnen, mit verbleibender Lebenszeit «ausrangierter» Produkte immer noch operative Tätigkeiten durchzuführen. Spenden und Verkehrserlöse reichen im besten Fall für die zwingend nötige Aufarbeitung von Verbrauchssubstanz wie Dampfkessel, Radsätze oder Moto-ren. Sollen weitere Aufwände integriert werden, droht das finanzielle Modell zu kippen, weil höhere Prei-se vom eher dünnen Markt kaum mehr akzeptiert werden. Sogar wenn hochspezialisierte Tätigkeiten wie Engineering und Einbau der Systeme auf ehrenamtlicher Basis erfolgen (andernfalls kann sich der finanzielle Aufwand leicht verdoppeln bis verdreifachen), ist der aktuelle Preis des nach wie vor markt-reifen ZUB 262 ct von rund 60’000 Franken nicht mit dem Businessplan der meisten historischen Fahr-zeughalter kompatibel. Auch hier besteht die naheliegendste Option darin, die Restlebensdauer von abgekündeten Systemen nach Ablauf der Marktreife zu nutzen. So ist aktuell etwa das bald 30-jährige Vorgängermodell ZUB 121 mehr oder weniger kostenlos im «Graumarkt» greifbar. Jedoch wird es durch den Hersteller nicht mehr gepflegt, die professionellen Know-how-Träger werden allmählich selten und die Restlebensdauer bei elektronischen Systemen ist in der Regel auch nicht so lange wie bei stähler-nen Geräten wie der Eb3/5 9, die heuer ebenso viele Jahre im historischen Einsatz (1965-2020) wie seinerzeit im planmässigen Verkehr (1910-1965) zählen darf.

Sollte aber jemand über einen zahlungskräftigen Sponsor verfügen, so ist ein Kauf des ZUB 262 ct ge-rade aus Gründen der Betriebssicherheit und der Existenzgarantie eines historischen Triebfahrzeugs sehr zu empfehlen. Und für die Integration haben wir nun dank den frischgebackenen «Bachelors of Science in Verkehrssysteme ZFH» Stefan Schnüriger und Cristian Lobsiger eine praktische Anleitung.

Beteiligt waren:
HECH: Patronage
ZHAW SoE Winterthur: Qualifikationsarbeit, logistische Unterstützung
Dieter Würgler, Enotrac: Koordination, Motivation, logistische Unterstützung
DVZO: Organisation der Fahrten, Personal und Wagen
DLC: Dampflok Eb3/5 9
Siemens Mobility, Wallisellen: Ausleihgerät Trainguard ZUB 262 ct und Beratung
BAV: Aufsichtsbehörde und Aussteller der Betriebsbewilligung
TR Transrail: Eisenbahn-Verkehrsunternehmung
SBB: Infrastruktur-Betreiberin

Bilder:
Bild 1: Stefan Schnüriger (l) und Christian Lobsiger (r) mit einem Servicetechniker der Siemens bei der Problemdiagnose
Bild 2: Das mobile, fast ein wenig rustikale ZUB-Bediengerät (oben) mit dem wohlorganisierten Ka-belchaos im Zugbeeinflussungskasten der Eb3/5 9
Bild 3: Kreuzungshalt der ersten kommerziellen Fahrt einer Dampflok mit ZUB 262 ct im Bahnhof Senn-hof-Kyburg (fahrplantechnisch ausnahmsweise möglich wegen baubedingten Einschränkungen der S-Bahn)